Samstag, 2. Mai 2015

Abschied und des Schicksals Wink

Roger, der Halbschweizer, mit dem ich die gestrige feuchtfröhliche Etappe bestritten hatte, entschied sich dann doch heute morgen aufgrund der Schmerzen, die 
 er hatte, einen Tag Pause einzulegen und den Tag mit Dinge erledigen zu füllen. Da hiess es nach so kurzer Zeit schon wieder Abschied nehmen. Aber das schöne am Camino ist, dass man sich - wenn auch teils erst nach Wochen - meist irgendwann wieder über den Weg läuft.
 So schritt ich nach einem Loch im Bauch füllenden Besuch in der Boulangerie gemütlich voran ...schon wissend, dass mein Wunschziel komplett belegt ist, liess ich mir die Laune nicht verderben und genoss die zartfrühlingshafte Landschaft, die mich sehr an den Hochschwarzwald erinnerte ...moorig durchsetzt mit Fichtenwäldern auf einer Höhe von 1200 Metern.
 Die Wunschherberge liess ich also rechts liegen, genoss in halbmeditativer Stimmung den Nieselregen und ignorierte die Ungewissheit ob der Schlafmöglichkeit. Hier auf diesem Teil des Weges sind teils auch recht viele Leute unterwegs, die den GR nur für ein paar Tage/eine Woche begehen ...es hat sich deshalb eingebürgert, dass man vorab reserviert ...das widerspricht aber meiner gewollten Flexibilität. Irgendwann traf ich die zwei Saarländer wieder, denen ich auch schon täglich irgendwo begegnet war und man hie und da ins Gespräch kam ...wir stolperten nach nun doch langen 30 km in ein kleines Dorf und landeten vor einer topmodernen, recht neuen Herberge ...der Chef kam dann und ich fragte wegen Platz und dem Preis und ich glaubte mich verhört zu haben ...30 Euro mit Halbpension ...was für ein Traum! Noch mehr, nachdem wir gesehen haben, wo die anderen Pilger untergebracht sind, die aber den gleichen Preis bezahlt haben :D 





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